WIR WERDEN IMMER WIEDER DA SEIN

„WIR WERDEN IMMER WIEDER DA SEIN“ Faruk Arslan
Montag, 23. November 2020
Offenes Gedenken an Bahide und Yeliz Arslan und Ayşe Yılmaz

Wir bitten Euch darum, solidarische Veranstaltungen vor Ort in Euren Städten zu organisieren. Pandemiebedingt ist die Teilnahme vor Ort leider nur begrenzt möglich.

Ein herzlicher Dank geht an Talya Feldman,die diese wunderbare Grafik in Gedenken an Bahide &Yeliz Arslan und Ayşe Yılmaz erschaffen hat.
Talya Feldman ist Überlebende des antisemitischen Anschlags von Halle2019.
#reclaimandremember #erinnernerkämpfen #anılarıcanlıtutmamücadelesi

Originally tweeted by Freundeskreis im Gedenken (@reclaimremember) on 17. November 2020.

Hinweis auf Infektionsschutz:

Auf unserer Gedenkveranstaltung am 23.11.2020 zum Jahrestag der rassistischen Brandanschläge von Mölln vom 23.11.1992 möchten wir Euch und andere vor Infektionen mit dem Corona-Virus schützen. Daher bitten wir alle Teilnehmenden dringend um die Einhaltung der folgenden Maßnahmen:

• Haltet den Mindestabstand von 1,5 m unbedingt ein.
• Stellt euch auf die Bodenmarkierungen.
• Tragt durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz.
• Wir behalten uns vor, Personen ohne Mund-Nasen-Schutz von der Gedenkveranstaltung auszuschließen.
• Bitte kommt nicht zur Gedenkveranstaltung, wenn Ihr an Covid-19 erkrankt seid, Quarantäne angeordnet bekommen habt oder unter Erkältungssymptomen leidet.
• Niest und Hustet in die Armbeuge.
• Es kann sein, dass zum Schutz vor Covid-19 weitere Maßnahmen getroffen werden müssen. Wir geben diese soweit wie möglich vorher sowie am Tag der Gedenkveranstaltung bekannt.

Kein Schweigen! Kein Vergessen!

Gedenken an Ramazan Avcı

Ähnliches Foto

Am 21.12.1985 wurde Ramazan Avcı zusammen mit seinem Bruder und einem Freund am Bahnhof Landwehr aus einer bekannten Skinheadkneipe heraus angegriffen. Sein Bruder und der Freund konnten in einen Linienbus fliehen, der ebenfalls von den Nazis angegriffen wurde. Ramazan Avcı rannte auf die Fahrbahn und wurde von einem Auto erfasst und meterweit durch die Luft geschleudert. Nachdem er auf der Straße aufschlug, liefen mindestens drei Skins auf ihn zu. Ramazan Avcı wurde auf dem Boden liegend mit Baseballschlägern, Axtknüppeln und Fußtritten brutal malträtiert und verstarb am 24.12.1985 an den Folgen dieser Schläge im Krankenhaus. Wenige Tage später wurde sein Sohn geboren, der nach ihm benannt wurde. Obwohl die Mörder von Ramazan Avcı aus dem Umfeld der neonazistischen FAP stammten, wurde offiziell kein politisches Motiv gesehen, Rassismus als Motiv wurde ignoriert. Die Mörder kamen mit milden Strafen davon. Die Angehörigen wurden auf lebenslang traumatisiert.

Samstag, 21.12.2019 – 16 Uhr – Ramazan-Avcı-Platz – Hamburg

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Vor “Möllner Rede im Exil”: Morddrohungen gegen Kabarettistin İdil Baydar

  • Kabarettistin İdil Baydar erhält Morddrohungen vor geplantem Auftritt in Frankfurt am Main.
  • „Möllner Rede im Exil“ am 17. November im Historischen Museum gedenkt der Opfer des rassistischen Brandanschlags von Mölln 1992.

Pressemitteilung des Vorbereitungskreis:

Am 17. November 2019 findet im Historischen Museum in Frankfurt am Main die “Möllner Rede im Exil” statt, in Gedenken an Ayşe Yılmaz, Yeliz und Bahide Arslan, die am 23. November 1992 in Mölln bei einem rassistischen Brandanschlag ermordet wurden. Neben Familie Arslan – den Überlebenden des Brandanschlages von Mölln 1992 – hält İdil Baydar am 17. November die zentrale Rede der in Frankfurt stattfindenden Gedenkveranstaltung. Jetzt gab die Kabarettistin bekannt, erneut Morddrohungen erhalten zu haben, die einen direkten Bezug zu ihrem geplanten Auftritt bei der Möllner Rede im Historischen Museum herstellen. Die Drohungen kommen klar aus dem Bereich des Rechtsextremismus.

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Biz her zaman orada olacağız – Wir werden immer da sein

27. Jahrestag des Gedenkens an die rassistischen Brandanschläge von Mölln – Mölln´deki ı kundaklamayı anmanı 27. yı lı

Offenes Gedenken an Bahide und Yeliz Arslan und Ayşe Yilmaz vor dem Bahide-Arslan-Haus

Samstag, 23. November 2019

15 – 18 Uhr

Bahide Arslan Evi önünde herkese açık Bahide ve Yeliz Arslan ile Ayşe Yılmaz’ı anma.

23. Kasim 2019, Cumartesi günü

Saat 1 – 18 arasi

Mühlenstraße 9, Mölln

Gedenken an Semra Ertan – Semra Ertan’ı Anma Etkinliği

am Sonntag, dem 26.5.2019 um 15 Uhr
an der Kreuzung Simon-von-Utrecht-Str. und Detlev-Bremer-Str. in Hamburg

Wir kommen am 26. Mai zusammen, um an Semra Ertan zu erinnern, ihre Gedichte zu lesen und gegen den todbringenden Rassismus zu protestieren, der Semra Ertan das Leben gekostet hat.

Am 24.5.1982 hat sich Semra Ertan an dieser Straßenkreuzung aus Protest gegen den zunehmenden Rassismus in Deutschland öffentlich verbrannt und zwei Tage später gestorben. Sie hatte vorher dem NDR und dem ZDF gegenüber ein Statement abgegeben:

„Ich möchte, dass Ausländer nicht nur das Recht haben,
wie Menschen zu leben, sondern auch das Recht haben,
wie Menschen behandelt zu werden. Das ist alles.“

Sie hat dort auch ihren Entschluss zu diesem erschütternden Protest angekündigt.

In der Zeitung wird sie mit folgenden Worten zitiert:

„Ich will, dass die Menschen sich lieben und akzeptieren.
Und ich will, dass sie über meinen Tod nachdenken.“

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Redebeitrag zum Gedenken an den Brandanschlag in der Hafenstr. in Lübeck

Gehalten auf der Demonstration „Gedenken & Anklagen“ am 19. Januar 2019 in Lübeck. Vor 23 Jahren, in der Nacht zum 18. Januar 1996 wurden in Lübeck bei einem Brandanschlag in der Hafenstraße 10 Menschen von Neonazis ermordet, 7 davon waren Kinder. 38 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

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Redebeitrag zum Gedenken an Ramazan Avci

Gehalten auf der Gedenkkundgebung „Kein Schweigen! Kein Vergessen!“ am 21.12.2018 in Hamburg.

Am 21.12.1985 wurde Ramazan Avcı zusammen mit seinem Bruder und einem Freund am Bahnhof Landwehr aus einer bekannten Skinheadkneipe heraus angegriffen. Sein Bruder und der Freund konnten in letzter Sekunde in einen Linienbus fliehen, der ebenfalls von den Neonazis angegriffen wurde. Ramazan Avcı rannte auf die Fahrbahn und wurde von einem Auto erfasst und meterweit durch die Luft geschleudert. Nach dem er auf der Straße aufschlug, liefen mindestens drei Neonazis auf ihn zu. Ramazan Avcı wurde auf dem Boden liegend mit Baseballschlägern, Axtknüppeln und Fußtritten brutal malträtiert und verstarb am 24.12.1985 an den Folgen dieser Schläge im Krankenhaus. Wenige Tage später wurde sein Sohn geboren, der nach ihm benannt wurde.

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5 Jahre NSU-Prozess — was kommt danach?

Infoveranstaltung mit Blick auf die Hamburger Perspektive
27. Mai 2018
18:00 Uhr
Centro Sociale

Der NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München geht nach 5 Jahren zu
Ende. Doch niemand rechnet damit, dass dadurch eine umfassende
Aufklärung der komplexen Hintergründe und Verflechtungen der
NSU-Mordtaten mit bundesweiten Naziszenen und staatlichen Geheimdiensten
erfolgen wird. Zu viele Fragen, die die Familien der Mordopfer
umtreiben, hat das Gericht blockiert.

Im Rahmen der Nebenklageplädoyers haben die Familienangehörigen selbst
das Wort ergriffen und ihr Resümee aus den vergangenen 5 Jahren gezogen.
Gamze Kubaşık, die Tochter von Mehmet Kubaşık, klagte in ihrem Plädoyer:
„Ich weiß immer noch nicht, warum ausgerechnet mein Vater ausgewählt
wurde. Ich weiß immer noch nicht, wer noch beteiligt war. Ich verstehe
nicht, warum diese Menschen nicht gestoppt wurden.“ An die
Bundesanwaltschaft gerichtet äußerte sie ihre Skepsis mit den Worten:
„Ich glaube nicht, dass Sie noch jemanden anklagen. Für Sie ist die
Sache doch hier abgeschlossen.“ Ayşe Yozgat, die Mutter von Halit
Yozgat, erklärte an den Vorsitzenden des Gerichts gerichtet: „Sie haben
wie Bienen gearbeitet, aber keinen Honig produziert. Es gibt kein
Ergebnis.“ Ebenfalls an den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl gerichtet
sagte Abdulkerim Şimşek, der Sohn von Enver Şimşek: „Ich möchte, dass
alle, die an der Ermordung meines Vaters schuld sind, in höchstem Maße
bestraft werden.“ Michalina Boulgarides, die Tochter von Theo
Boulgarides kritisierte, dass trotz klarer Namen und Fakten, die die
Nebenklagevertreter genannt haben, ihre Erwartung nicht erfüllt wurde:
„Vom Prozess hätte ich erwartet, dass man den Beweisanträgen stattgibt.
Wenigstens das ist man uns schuldig. Ich hatte gehofft, die Wahrheit zu
erfahren. Dass alle Angeklagten aussagen und Reue zeigen.“

Ihre Mutter, Yvonne Boulgarides, resümiert den Prozess mit den Worten:
„All die zum Teil absurden Auf- und Erklärungsversuche haben uns mit
noch mehr Fragen, Misstrauen und Ungewissheit zurückgelassen.“ Tülin
Özüdoğru, die Tochter von Abdurrahim Özüdoğru stellt fest: „Es ist ein
Schatten auf Deutschland gefallen“. Sie kritisierte die deutschen
Behörden, deren Aufgabe es sei, diesen Schatten wegzuwischen, Sie hätten
aber zu wenig getan. Dennoch bleib sie optimistisch: „Früher oder später
fliegt alles auf“. Das Prozessende in München bedeutet wie für viele
andere auch für Yvonne Boulgarides nicht das Ende der
Aufklärungsbemühungen: „Ich weiß, dass wir die Zeit nicht zurückdrehen
können. Eines aber können wir tun: nicht aufhören zu fragen. Wir alle
sollten auch nach diesem Prozess nicht aufhören, nach Antworten zu
suchen“..

Die Familienangehörigen der NSU-Opfer hatten von Anfang an einen
rassistischen Hintergrund vermutet und dies den Ermittler_innen
mitgeteilt, doch weder die Ermittler_innen noch die Medien hatten diesen
Verdacht ernstgenommen. Stattdessen mussten die Hinterbliebenen
jahrelang die rassistische Opfer-Täter-Umkehrungspraxis der Ermittler
ertragen. Soweit bisher bekannt, hat der NSU von 1999 bis 2010 zehn
Menschen ermordet und drei Sprengstoffanschläge verübt.

Am 27. Juni 2001 ermordete der NSU in Hamburg-Bahrenfeld Süleyman
Taşköprü. Nach Bekanntwerden des NSU im November 2011 sprach der
Hamburger Innensenator Michael Neumann im Mai 2012 von der Notwendigkeit
einer „rückhaltlosen Aufklärung“ des Mordes an Süleyman Taşköprü, aber
paradoxerweise hat die Bürgerschaft 2015 einen Antrag auf einen
NSU-Untersuchungsausschuss abgelehnt.

Bisher bleibt der NSU-Komplex – die Beteiligung des Verfassungsschutzes,
die Mittäterschaft lokaler Neonazis, die Leugnung eines rassistischen
Hintergrundes des Mordes von Polizei und Staatsanwaltschaft und ihre
rassistische Ermittlungspraxis unaufgeklärt.

Welche Erkenntnisse hat der NSU-Prozess in München über die Anklage
hinaus gebracht? Warum wird am Ende des Prozesses nicht über alle
Täter_innen und Unterstützer_innen geurteilt? Die Forderung nach einem
Untersuchungsausschuss in Hamburg ist nach wie vor aktuell. Die
wichtigsten Fragen zum NSU-Komplex in Bezug auf Hamburg sind
unbeantwortet: etwa die nach den Hintergründen des Mordes oder der
Identität der Helfershelfer_innen aus der Stadt Hamburg. Welche Rolle
und Aufgabe hatte die Hamburger Neonazi-Szene im NSU-Komplex und beim
Mord an Süleyman Taşköprü? Welche Rolle spielte die Neonaziszene um
Worch und Wulff, die intensive Kontakte zum engen Umfeld des NSU
pflegten? Wie lassen sich die Gründe für das Totalversagen der
Sicherheitsbehörden erklären? Welche geheimdienstlichen Ermittlungen
unternahm der Hamburger Verfassungsschutz mit welchen Ergebnissen in
Bezug auf den NSU und die Hamburger Neonaziszene? Warum unterließen
Polizei und Staatsanwaltschaft bis 2011 die Verfolgung eines
rassistischen Tatmotives? Warum stellten sich die Sicherheitsbehörden
nicht einmal die Frage nach einem rassistischen Hintergrund des Mordes?

Im Rahmen einer Info- und Diskussionsveranstaltung am 27. Mai 2018 um
18:00 Uhr im Centro Sociale wollen wir gemeinsam mit den
Podiumsteilnehmer_innen den NSU-Prozess in München mit einer Hamburger
Perspektive aufgreifen und gemeinsam über die vielen offenen Fragen
diskutieren.

Eingeladen sind:

Gül Pınar, eine der Nebenklageanwältinnen der Familie Taşköprü

Christiane Schneider, Fraktion DIE LINKE

İbrahim Arslan, Überlebender des Brandanschlags in Mölln im November 1992

Osman Taşköprü, Bruder von Süleyman Taşköprü (angefragt)

Mit dieser Info- und Diskussionsveranstaltung sind zwei weitere Aktionen
verknüpft:

Am Tag der Urteilsverkündung findet eine Kundgebung um 18 Uhr auf dem
Alma-Wartenberg-Platz, in Altona statt. Darauf folgt eine
Gedenkveranstaltung am Tatort in der Schützenstraße.

Am Samstag nach der Urteilsverkündung wird eine große Bündnisdemonstration durch die Hamburger Innenstadt ziehen. Die Demonstration beginnt um 14 Uhr am
Hansaplatz in St. Georg.

https://www.aufklaerung-tatort-schuetzenstrasse.org/aktuelles/